Wetterrückblick: Ein Jahr der Extreme – Milde Winter, trockene Böden und hochsommerliche Hitzewellen
Das Wetterjahr 2020 war ein wahres Jahr der Extreme und der anhaltenden Wärme. Bis auf einen recht frischen Mai fielen alle anderen elf Monate im landesweiten Durchschnitt zu warm aus. Der Winter strich fast komplett die Segel und bot dem Frühling frühzeitig eine Bühne, bevor ein unbarmherziger Hochsommer das Land mit einer langanhaltenden Hitzewelle ins Schwitzen brachte.
Neben den beständig hohen Temperaturen dominierte vor allem ein Problem: Die große Trockenheit. Regengüsse fielen oft nur sehr ungleichmäßig aus und ließen weite Teile des Landes, besonders im Nordosten, buchstäblich auf dem Trockenen sitzen. Dazwischen entluden sich immer wieder gewaltige Wolkenbrüche, die teils massive Überflutungen zur Folge hatten – Dürre und Flutkatastrophen lagen in diesem Jahr bedrohlich nah beieinander.
Temperaturen: Das zweitwärmste Jahr seit Messbeginn
Mit einer durchschnittlichen Jahrestemperatur von beachtlichen 10,4 Grad Celsius übertraf 2020 die internationale Referenzperiode 1961 bis 1990 um drastische 2,2 Grad (gegenüber der neueren Vergleichsperiode 1981 bis 2010 betrug die Abweichung ein sattes Plus von 1,5 Grad). Damit reihte sich 2020 direkt hinter 2018 als das zweitwärmste Jahr seit Beginn der Wetteraufzeichnungen im Jahr 1881 ein. Besonders der Januar, Februar, April und August stachen mit positiven Temperaturanomalien von über 3 Grad drastisch hervor. Während am 9. August in Trier-Petrisberg gnadenlose 38,6 °C den Hitzerekord des Jahres markierten, fröstelte es das bayerische Oberstdorf erst kurz vor dem Jahreswechsel am 27. Dezember bei eisigen -15,0 °C.
Niederschlag: Ausbleibender Landregen und bedrohliche Dürren
Das ganze Jahr über blickte man vielerorts vergeblich in den Himmel: Mit rund 710 Litern pro Quadratmeter erreichte das Jahr 2020 lediglich gut 90 Prozent seines Solls von 789 Litern pro Quadratmeter (Periode 1961 bis 1990), verfehlte es also um fast 10 Prozent. Dies führte dazu, dass 2020 nahtlos an die trockenen Vorjahre anknüpfte. Besonders gravierend war die Situation im Nordosten, wo vielerorts weniger als 500 Liter pro Quadratmeter den staubigen Boden erreichten. Beachtliche Schneefälle blieben zudem eine absolute Rarität und waren fast ausschließlich dem höheren Bergland vorbehalten. Extreme Kontraste boten hingegen Starkregenereignisse: Am 3. August meldete Aschau-Innerkoy gigantische 154,4 Liter pro Quadratmeter an nur einem Tag!
Sonnenschein: Strahlendes Gold und ungetrübter Himmel
Wer das Sonnenlicht liebt, kam 2020 voll auf seine Kosten: Mit rund 1901 Sonnenstunden übertraf das Jahr sein langjähriges Soll von 1544 Stunden (Periode 1961 bis 1990) um grandiose 20 Prozent. Dies bescherte Deutschland das viertsonnigste Jahr seit Messbeginn 1951. Die strahlenden Sieger befanden sich im Süden der Republik, wo die Sonne stellenweise sagenhafte 2000 Stunden vom blauen Himmel lachte, während die norddeutsche Tiefebene und die zentralen Mittelgebirge ein wenig öfter im Schatten der Wolken lagen.
Zusammenfassung:
Das Jahr 2020 wird uns als außergewöhnlich sonniges, enorm warmes und erschreckend trockenes Jahr in Erinnerung bleiben, das uns von fehlenden Winterfreuden bis hin zu drückenden Hitzewellen im August fast durchgehend mit einem rekordverdächtigen Temperaturüberschuss begleitete.
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