Wetterrückblick: Von frostigen Nächten in den strahlendsten Frühling seit Messbeginn
Der März 2022 wird uns wohl als ein Monat der Extreme im Gedächtnis bleiben. Er startete mit eisigen Temperaturen und frostigen Nächten, die das Land fest im Griff hatten, wandelte sich jedoch schon bald in einen leuchtenden Frühlingsboten. Ausgedehnte Hochdruckgebiete sorgten für beispiellos viel Sonnenschein und ließen die Natur regelrecht explodieren.
Doch das überwiegend wolkenlose Wetter hatte auch seine Schattenseiten: Der ausbleibende Regen führte rasch zu enormer Trockenheit, die mancherorts die Waldbrandgefahr besorgniserregend ansteigen ließ. Besonders kurios war zudem das Intermezzo mit Saharastaub, der sich um die Monatsmitte als feine rot-gelbliche Schicht auf Schnee, Autos und Dächern ablegte.
Temperaturen: Frostiger Auftakt und vorzeitige Frühsommerwärme
Im Durchschnitt erreichte der März eine Temperatur von 5,1 Grad Celsius und lag damit um deutliche 1,6 Grad über dem Wert der internationalen Referenzperiode 1961 bis 1990 (gegenüber der neueren Periode 1991 bis 2020 ergab dies ein Plus von 0,5 Grad). Interessanterweise war er mit durchschnittlich 18 Frosttagen der frostreichste Monat des gesamten Winterhalbjahres. Den eisigsten Moment markierte Reit im Winkl am 1. März mit frostigen -11,2 °C. Doch das Blatt wendete sich schnell: In der dritten Monatswoche kletterte das Thermometer unter Hoch "Peter" auf frühlingshafte Werte, wobei Regensburg am 28. März mit herrlichen 23,0 °C den bundesweiten Höchstwert verbuchte.
Niederschlag: Saharastaub und extreme Trockenheit
Mit mageren 20 Litern pro Quadratmeter fiel der März 2022 eklatant zu trocken aus. Damit wurden lediglich 35 Prozent des langjährigen Solls der Periode 1961 bis 1990 von 57 Litern pro Quadratmeter erreicht – ein Wert, der auch beim Vergleich mit der Periode 1991 bis 2020 unverändert bei 35 Prozent verharrt, was also einem drastischen Minus entspricht. In weiten Teilen, besonders im Nordosten des Landes, blieben die Regenmesser nahezu leer, was zu ersten lokalen Waldbränden führte. Regentropfen fielen, wenn überhaupt, nur spärlich und brachten Mitte des Monats teilweise sogar eindrucksvollen Saharastaub mit sich. Einzig im äußersten Südosten Bayerns kamen teils noch bis zu 30 Liter pro Quadratmeter zusammen.
Sonnenschein: Der unangefochtene Sonnenkönig
Die absolute Krönung des Monats war jedoch die Sonne: Mit atemberaubenden 235 Sonnenstunden überragte sie das vieljährige Soll von 111 Stunden (Periode 1961 bis 1990) um mehr als das Doppelte. Auch im Vergleich zu der Spanne von 1991 bis 2020 ergab sich eine rekordverdächtige positive Abweichung von gut 85 Prozent. Damit pulverisierte der März 2022 den bisherigen Rekord aus dem Jahr 1953 und ging als der mit Abstand sonnigste März seit Messbeginn 1951 in die meteorologischen Geschichtsbücher ein.
Zusammenfassung:
Ein Monat für die Rekordbücher: Der März 2022 glänzte als sonnenscheinreichster März seit über 70 Jahren und bestach durch einen rasanten Wechsel von strengem Winterfrost zu frühsommerlicher Wärme, wurde jedoch durch außergewöhnlich extreme Trockenheit getrübt.
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