Wetterrückblick: Vom letzten Hochsommerflimmern in den ersehnten Herbstregen
Der September 2022 vollzog einen rasanten klimatischen Wetterwechsel und schlug eine dringend benötigte Brücke zwischen der extremen Sommertrockenheit und dem klassischen Herbst. Nach einem Start, der sich mit viel Sonne und Hitze wie ein nahtloser Übergang aus dem August anfühlte, riss der Herbst in der zweiten Dekade das Ruder gnadenlos herum. Kühlere Luftmassen und lang ersehnte Niederschläge prägten plötzlich das Bild.
Besonders die Natur durfte aufatmen: Ausgiebige Regenfälle setzten der monatelangen Durststrecke ein fulminantes Ende und ließen ausgedörrte Landschaften wieder ergrünen. Die Temperaturen fielen nach dem sommerlichen Auftakt in den Keller und brachten den ersten Frost der bevorstehenden dunkleren Jahreszeit mit sich.
Temperaturen: Ein Sturzflug von den Hitzetagen direkt in den ersten Frost
Mit durchschnittlich 13,4 Grad Celsius bewegte sich die Septembertemperatur beinahe exakt auf dem langjährigen Niveau: Sie übertraf den Wert der internationalen Referenzperiode 1961 bis 1990 um minimale +0,1 Grad, verzeichnete jedoch im Vergleich zur wärmeren Periode 1991 bis 2020 eine Abweichung von -0,4 Grad. Anfang des Monats herrschte noch bestes Badewetter, als Kleve am 5. September mit beachtlichen 32,3 °C den bundesweiten Höchstwert markierte. Der Absturz ließ jedoch nicht lange auf sich warten – bereits in der zweiten Monatsdekade wurde es eisig, und Meßstetten auf der Schwäbischen Alb vermeldete am 20. September frostige -1,8 °C.
Niederschlag: Das rettende Nass beendet die große Dürre
Der September öffnete endlich seine Schleusen und schüttete bundesweit üppige 100 Liter pro Quadratmeter (l/m²) aus. Dies entspricht kolossalen 165 Prozent (+65 Prozent Abweichung) des langjährigen Solls der Referenzperiode 1961 bis 1990 (61,1 l/m²) und immer noch massiven 155 Prozent (+55 Prozent) im Vergleich zur aktuelleren Periode 1991 bis 2020 (64,5 l/m²). Es war der nasseste September seit über 20 Jahren, der in den dürregeplagten Regionen mehr Wasser brachte als der gesamte Sommer zuvor. Den Tagesrekord sicherte sich das Ostseebad Graal-Müritz, wo am 17. September im Rahmen starker Gewitter sintflutartige 93,8 l/m² fielen, während sich in den Bergen und den Alpen Monatssummen von über 200 l/m² aufbauten.
Sonnenschein: Eine perfekte Punktlandung im Bundesdurchschnitt
Die Herbstsonne leistete im September Maßarbeit und schien im Durchschnitt fast 155 Stunden. Damit übertraf sie ihr Soll aus der Periode 1961 bis 1990 (150 Stunden) um einen leichten Überschuss, und lag auch im Vergleich zur aktuelleren Periode 1991 bis 2020 (157 Stunden) mit einer sehr ausgewogenen Bilanz fast punktgenau im langjährigen Durchschnitt. Wer nach Sonne suchte, wurde besonders im Nordosten mit teilweise über 170 Stunden fündig, während sich die Gipfel der Alpen und Mittelgebirge häufiger in tristes Grau hüllten und mancherorts nicht einmal 120 Sonnenstunden erreichten.
Zusammenfassung:
Der September 2022 erwies sich als wahrer Befreiungsschlag für die Natur und als nassester September seit 2001. Er verabschiedete sich mit durchschnittlichem Sonnenschein und ausgeglichenen Temperaturen, wobei sein drastischer Wandel von spät-sommerlichen Hitzespitzen hin zu den ersten herbstlichen Nachtfrösten das unberechenbare Wesen der Übergangsjahreszeiten eindrucksvoll unter Beweis stellte.
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