Wetterrückblick: Ein Tanz zwischen Frühherbst und tropischer Hitze

Der August 2023 bot in Deutschland ein meteorologisches Schauspiel voller Kontraste. Was zunächst mit frühherbstlichen Temperaturrückgängen und beinahe kühlen Nächten begann, wandelte sich im Verlauf des Monats in eine drückend schwüle, tropische Phase. Immer wieder wurde das Land von heftigen Niederschlägen und schweren Unwettern heimgesucht, die den letzten Sommermonat stark prägten.

Unter dem Strich verabschiedete sich der August als ein zu warmer, ungewöhnlich nasser und zugleich eher sonnenscheinarmer Monat. Die Mischung aus starken Regenfällen und hitzigen Höhepunkten machte ihn zum niederschlagsreichsten August seit über einem Jahrzehnt.

Temperaturen: Von kühlen Nächten zur drückenden Schwüle

Trotz eines kühlen Starts präsentierte sich der August insgesamt überdurchschnittlich warm. Das Temperaturmittel lag bei 18,3 Grad Celsius und wies damit eine klare Abweichung von +1,8 Grad im Vergleich zur internationalen Referenzperiode auf. Zu Beginn des Monats erreichten die Tageshöchstwerte kaum die 20-Grad-Marke, wobei am 10. August im sächsischen Deutschneudorf-Brüderwiese ein frischer Tiefstwert von nur 2,4 Grad gemessen wurde. Die zweite Monatsdekade hingegen brachte eine rasante Wende: Tropische Luftmassen ließen die Thermometer vielerorts auf über 30 Grad klettern. Den absoluten Höhepunkt markierte das südbadische Rheinfelden am 24. August mit brütend heißen 37,4 Grad.

Niederschlag: Sintflutartige Regenfälle und Rekordsummen

Die Regenschleusen waren in diesem August weit geöffnet. Mit rund 125 Litern pro Quadratmeter fiel knapp 60 Prozent mehr Niederschlag als im vieljährigen Durchschnitt. Damit ging er als der nasseste August seit dem Jahr 2010 in die Annalen ein. Die enormen Regenmengen entluden sich oft in schweren Gewittern und zerstörerischen Hagelstürmen, die besonders im Süden Deutschlands erhebliche Schäden anrichteten. Während in den Alpen teils extreme Monatssummen von über 300 Litern registriert wurden, blieb ein schmaler Streifen von der Lübecker Bucht bis in den Südwesten Brandenburgs mit etwa 50 Litern vergleichsweise trocken.

Sonnenschein: Spärliche Lichtblicke im Spätsommer

Die spätsommerliche Sonne machte sich in diesem August eher rar. Mit rund 185 Sonnenstunden verfehlte die Sonnenscheindauer ihr langjähriges Klimasoll von 200 Stunden um rund 8 Prozent (bzw. wies eine negative Abweichung von 13 Prozent zur jüngeren Referenzperiode auf). Während das Alpenvorland noch die meisten Sonnenstunden für sich beanspruchen konnte, blieben weite Teile der westlichen Mittelgebirge oft im Schatten dichter Regenwolken verborgen.

Zusammenfassung:

Mit einem beständigen Wechsel aus kühler Witterung und tropischer Hitze sowie massiven Regenfällen hat der August 2023 das Prädikat eines außergewöhnlichen Sommermonats verdient. Deutlich zu nass, zu warm und eher wolkenverhangen, lieferte er ein turbulentes Finale für die heiße Jahreszeit.