Wetterrückblick: Von nassen Herbststürmen zum plötzlichen Winterzauber

Der November 2023 präsentierte sich in weiten Teilen Deutschlands als ein Monat der Extreme. Überwiegend westliche Winde, die zeitweilig sogar Sturmstärke erreichten, pumpten nicht nur ungewöhnlich milde, sondern vor allem extrem feuchte Luftmassen in die Bundesrepublik. Praktisch das gesamte Land fiel dabei sprichwörtlich ins Wasser, während sich die Sonne vielerorts hinter einer dichten Wolkendecke versteckte.

Erst in der letzten Monatsdekade wendete sich das Blatt dramatisch: Mit einem Paukenschlag läutete das Wetter den Winter ein. Statt mildem Dauerregen standen plötzlich strenge Fröste und gebietsweise ergiebige Schneefälle bis weit hinab ins Flachland auf dem Programm.

Temperaturen: Ein milder Start mit eisigem Finale

Die Temperaturen glichen einer Achterbahnfahrt, die mit einem ungewöhnlich milden Start begann. Der bundesweite Temperaturdurchschnitt lag bei 5,5 Grad Celsius und verzeichnete damit eine deutliche Abweichung von +1,5 Grad gegenüber der international gültigen Referenzperiode. Besonders die ersten beiden Dekaden waren von milden Luftmassen geprägt. Dank vorübergehender Föhnunterstützung stach Siegsdorf-Höll am Rande der Chiemgauer Alpen am 2. November mit fast frühlingshaften 19,5 Grad als Spitzenreiter hervor. Erst das letzte Monatsdrittel zeigte die winterliche Seite des Novembers: Strenge Fröste, vor allem in den östlichen Mittelgebirgen, markierten die kältesten Nächte des Monats.

Niederschlag: Einer der nassesten Novembermonate der Geschichte

Aus meteorologischer Sicht glich der November einer wahren Sturzflut. Mit rund 126 Litern pro Quadratmeter regnete es fast 90 Prozent mehr als im langjährigen Klimasoll der Referenzperiode. Damit erlebte Deutschland einen der niederschlagsreichsten November seit dem historischen Regenrekord von 1944. Besonders der Südwesten wurde regelrecht geflutet – im Schwarzwald fielen lokal über 500 Liter pro Quadratmeter. Den höchsten Tagesniederschlag registrierte Sankt Blasien-Menzenschwand mit 83,3 Litern am 13. November. Erst zum Monatsende verwandelten sich die Wassermassen landesweit in Schnee und sorgten mancherorts für chaotische winterliche Straßenverhältnisse.

Sonnenschein: Ein Monat im permanenten Grau

Sonnenanbeter kamen in diesem Monat kaum auf ihre Kosten. Mit lediglich 42 Sonnenstunden lag die Strahlungsdauer rund 20 Prozent unter dem vieljährigen Soll von 53 Stunden. Besonders düster präsentierten sich die Mittelgebirge, wo mancherorts eine regelrechte Sonnenflaute mit weniger als 25 Stunden verzeichnet wurde. Die wenigen goldenen Lichtblicke des Spätherbstes blieben weitgehend Nieder- und Oberbayern vorbehalten, die sich immerhin über rund 70 Sonnenstunden freuen durften.

Zusammenfassung:

Der November 2023 verabschiedete sich als ein von stürmischen Westwinden, enormen Regenmengen und außergewöhnlicher Milde geprägter Monat, der erst auf der Zielgeraden in ein frostiges Wintergewand schlüpfte. Mit massiven Abweichungen sowohl beim Niederschlag als auch bei den Temperaturen bleibt er als ein nasser und launischer Übergangsmonat in meteorologischer Erinnerung.