Wetterrückblick: Sommerhitze, späte Wärme und ein nasser Schlussspurt

Der Herbst 2024 geht als der fünftwärmste seit Beginn der Wetteraufzeichnungen im Jahr 1881 in die Geschichtsbücher ein. Von einer sanften Abkühlung in den Winter war lange Zeit nichts zu spüren. Vielmehr hielten ungewöhnliche Wärmeperioden und eine spektakuläre Hitzewelle im September das Land fest im Griff. Erst gegen Ende November tauchte eine isolierte Frostphase auf. Obwohl sich zwischen Oktober und November eine wochenlange Trockenheit ausbreitete, schloss die Jahreszeit dank kräftiger Schauer und intensiver Starkregenereignisse mit einem deutlichen Niederschlagsplus ab.

Temperaturen: Ein Rekord-Herbst mit spätem Kälteschock

Die Temperaturen erreichten im Durchschnitt milde 10,5 Grad Celsius, was einer massiven Überschreitung von 1,7 Grad gegenüber der internationalen Referenzperiode 1961 bis 1990 entspricht (im Vergleich zur Periode 1991 bis 2020 lag die Abweichung bei beachtlichen +1,2 Grad). Damit war es bereits der 14. Herbst in Folge, der zu warm ausfiel. Den Höhepunkt der Hitzewelle erlebte Südbrandenburg, als das Thermometer in Doberlug-Kirchhain am 4. September auf sengende 35,2 °C stieg. Selbst in der ersten Novemberdekade erlebten die Berge noch nie dagewesene Milde. Erst tief im November zeigte sich der Winter kurzzeitig: Am 22. November fror das Land beim bundesweiten Herbstminimum von eisigen -10,1 °C im baden-württembergischen Wutöschingen-Ofteringen.

Niederschlag: Wochenlange Dürre und doch am Ende zu nass

Obwohl weite Teile des Landes zwischen Mitte Oktober und Mitte November nahezu ohne Regen auskamen, endete der Herbst unterm Strich überraschend nass. Mit durchschnittlich 228 Litern pro Quadratmeter fiel fast 25 Prozent mehr Niederschlag als in der Referenzperiode 1961 bis 1990 (und knapp 20 Prozent mehr als in der Periode 1991 bis 2020). Gewaltige Wassermassen sammelten sich besonders an den Alpen, wo lokal bis zu 700 Liter pro Quadratmeter fielen. Den Rekord für die intensivste Tagesmenge sicherte sich Ruhpolding-Seehaus in den Chiemgauer Alpen am 13. September mit unfassbaren 156,8 Litern pro Quadratmeter. Der Nordosten blieb hingegen von der extremen Nässe verschont und registrierte gebietsweise weniger als 120 Liter pro Quadratmeter.

Sonnenschein: Strahlendes Bayern und grauer Südwesten

Die Herbstsonne leistete solide Arbeit und strahlte bundesweit im Schnitt 324 Stunden. Damit übertraf sie ihr klimatologisches Soll der Referenzperiode 1961 bis 1990 um knapp 4 Prozent (und entsprach exakt dem Durchschnitt der Periode 1991 bis 2020). Besonders in Bayern, entlang der Alpen und in Teilen Sachsens genossen die Menschen goldene Herbsttage mit fantastischen Spitzenwerten von über 400 Sonnenstunden. Ganz anders sah es in den tieferen Lagen des Südwestens aus, wo zäher Nebel und dichte Wolken dominierten und die Sonnenscheindauer teils auf unter 250 Stunden drückten.

Zusammenfassung:

Der Herbst 2024 zeigte sich von seiner extremsten Seite und bescherte uns neben sommerlicher Hitze im September und außergewöhnlicher November-Milde auch drastische Niederschlagskontraste. Trotz einer langanhaltenden Trockenphase wurde die Jahreszeit durch späte Wassermassen deutlich zu nass und präsentierte sich mit einer sehr soliden Sonnenscheinbilanz als würdiger Vertreter des voranschreitenden Klimawandels.