Wetterrückblick: Ein leuchtender Winter mit eisigem Kern und warmem Frühlingserwachen

Die kalte Jahreszeit 2025/2026 legte ihren wahrhaft winterlichen Schwerpunkt ganz klar auf den Januar. Während der Frost im Norden und Nordosten Deutschlands am längsten und hartnäckigsten verweilte, endete die Jahreszeit für alle mit einer spektakulären Kehrtwende: Einer markanten Milderung in der letzten Februardekade folgte ein herrlich vorfrühlingshaftes Finale, das den Winter endgültig verabschiedete.

In der Gesamtbetrachtung erlebten wir einen Winter, der mit extrem wenig Niederschlag und einer herausragenden Sonnenscheinbilanz glänzte. Lediglich der nasse und stark bewölkte Februar fiel hierbei etwas aus der Reihe und sorgte für kurzzeitigen Trübsinn.

Temperaturen: Frostiger Januar und ein furioser Schlusssprint

Mit einem Temperaturmittel von 1,8 Grad Celsius war dies der 15. Winter in Folge, der eine positive Anomalie verzeichnete. Er lag um beachtliche +1,6 Grad über dem Durchschnitt der Referenzperiode (1961 bis 1990) und +0,4 Grad über dem der neueren Vergleichsperiode (1991 bis 2020). Nur der Januar brachte echte, klirrende Kälte ins Land, was im bundesweiten Tiefstwert von grimmigen -21,7 °C am 6. Januar in Oberstdorf gipfelte. Im hohen Norden hielt sich die Kälte am standhaftesten, bevor das Temperaturniveau zum Winterfinale rasant anstieg und das Thermometer verbreitet vorfrühlingshafte 20 °C anzeigte.

Niederschlag: Ausgeprägte Trockenheit trifft auf Schneerekorde

Der Winter zeigte sich von einer außerordentlich trockenen Seite: Bundesweit fielen im Schnitt nur 135 Liter pro Quadratmeter. Das entspricht mageren 75 Prozent des langjährigen Mittels (1961 bis 1990) und lediglich 71 Prozent der jüngeren Referenzperiode (1991 bis 2020). Während der Nordosten mit teils unter 100 Litern fast schon dürreähnliche Züge annahm, konnte selbst der verregnete Februar das Defizit nicht ausgleichen. Paradoxerweise erlebten Teile Norddeutschlands trotz der generellen Trockenheit den schneereichsten Winter seit mehr als einem Jahrzehnt. Die absolute Niederschlagsspitze krallte sich hingegen der Schwarzwald mit lokal über 500 Litern, gekrönt vom nassesten Einzeltag in Baiersbronn-Mitteltal (74,7 l/m² am 12. Februar).

Sonnenschein: Strahlende Wintermonate

Die Sonne zeigte sich in diesem Winter als absoluter Dauerbrenner. Mit herrlichen 180 Sonnenstunden übertraf sie ihr Soll (1961 bis 1990) um starke +18 Prozent und die jüngere Vergleichsperiode (1991 bis 2020) immer noch um +6 Prozent. Zu verdanken war dies vor allem einem herausragend hellen Januar und dem zweitsonnigsten Dezember seit 1951. Nur der trübe Februar verhinderte einen noch grandioseren Rekord. Am strahlendsten präsentierte sich die Wintersonne an den Alpen, wo stellenweise über 300 Stunden für blendende Laune sorgten.

Zusammenfassung:

Der Winter 2025/2026 war geprägt von einem außergewöhnlich milden Gesamttemperaturniveau, das lediglich von einem markant kalten Januar unterbrochen wurde. Eine bemerkenswerte Niederschlagsarmut stand einer glänzenden Sonnenscheinbilanz gegenüber, bevor ein ungewöhnlich warmes Februarfinale die Natur frühzeitig aus dem Winterschlaf weckte.