Wetterrückblick: Ein Wintergesicht zwischen strengem Frost und frühem Frühlingserwachen
Der Winter 2025/2026 bot ein faszinierendes Wechselspiel der Jahreszeiten. Während der Dezember und Januar mit eisigen Phasen und teils reichlich Schnee, besonders im Norden und Nordosten, den Winterliebhabern das Herz wärmten, verabschiedete sich die kalte Jahreszeit Ende Februar bereits mit einem furiosen, vorfrühlingshaften Finale.
Insgesamt fiel der Winter deutlich zu trocken, dafür aber erfreulich sonnig aus. Nur der nasse und trübe Februar durchbrach diese Tendenz und sorgte für den dringend benötigten Niederschlagsschub. Es war der 15. Winter in Folge, der eine positive Temperaturanomalie aufwies.
Temperaturen: Von klirrender Kälte zu milder Frühlingsluft
Mit einem Durchschnitt von 1,8 Grad Celsius lag der Winter 1,6 Grad über dem langjährigen Schnitt der Referenzperiode 1961 bis 1990. Während der Dezember und Februar milde Vorzeichen setzten, zeigte der Januar seine frostigen Krallen. Am 6. Januar sank das Thermometer in Oberstdorf auf eisige -21,7 °C – der Kältepol des Winters. Besonders in den nördlichen und nordöstlichen Landesteilen hielt sich die winterliche Kaltluft hartnäckig. Doch pünktlich zur letzten Februardekade brach das Eis auf: Eine markante Milderung flutete das Land und bescherte uns zum meteorologischen Winterende mancherorts Höchstwerte von unglaublichen 20 °C.
Niederschlag: Schneereicher Norden, trotz großflächiger Trockenheit
Auch wenn der Winter mit rund 135 Litern pro Quadratmeter nur etwa 75 Prozent der üblichen Niederschlagsmenge erreichte, gab es lokale Überraschungen. Das enorme Defizit aus dem extrem trockenen Dezember konnte selbst der nasse Februar nicht ausgleichen. Am trockensten blieb der Nordosten mit oft weniger als 100 l/m². Dennoch gab es Grund zur Freude für Schneefans: Gemessen an den Schneedeckentagen erlebten Teile Norddeutschlands den schneereichsten Winter seit über einem Jahrzehnt. Völlig andere Dimensionen erreichte der Schwarzwald mit über 500 l/m² im Winterverlauf. Hier fiel auch in Baiersbronn-Mitteltal am 12. Februar mit 74,7 l/m² der deutschlandweite Spitzenwert an nur einem Tag.
Sonnenschein: Strahlendes Licht im dunklen Halbjahr
Gegen den Winter-Blues half in dieser Saison vor allem eines: der Blick in den Himmel. Mit starken 180 Sonnenstunden lag die Ausbeute beachtliche 18 Prozent über dem klimatologischen Soll. Maßgeblich verantwortlich für dieses strahlende Ergebnis waren die extrem lichtreichen Monate Dezember und Januar. Zwar drückte der trübe Februar etwas auf die Bilanz, konnte den exzellenten Gesamteindruck aber nicht schmälern. Unangefochtener Sonnenkönig waren die Alpen, wo die Sonne stellenweise über 300 Stunden lang die Gipfel erstrahlen ließ.
Zusammenfassung:
Der Winter 2025/2026 bleibt als facettenreiche, sonnige und trockene Jahreszeit in Erinnerung. Einem eisigen und stellenweise überraschend schneereichen Kernwinter im Januar folgte ein geradezu explosionsartiger Frühlingsausbruch Ende Februar, der den 15. zu warmen Winter in Folge perfekt machte.
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