Historischer Hitzerekord: Der Juni 2026 war der wärmste jemals gemessene Sommermonat in Deutschland
Der Deutsche Wetterdienst (DWD) hat die Klimabilanz für den Juni 2026 veröffentlicht – und die Zahlen sind außergewöhnlich: Trocken, sonnig und am Ende von einer Hitzewelle historischen Ausmaßes geprägt, schreibt sich der vergangene Monat mit Allzeitrekorden in die deutschen Wetterannalen ein.
Neuer nationaler Allzeitrekord: 41,7 °C in Brandenburg
Das herausragende Ereignis des Monats war zweifellos das letzte Juniwochenende. Am 28. Juni kletterte das Thermometer in Neißemünde-Coschen (Brandenburg) auf 41,7 °C – ein neuer deutscher Allzeitrekord, vorbehaltlich der abschließenden Qualitätsprüfung durch den DWD. Zuvor hatte bereits Saarbrücken-Burbach am 26. Juni mit 41,3 °C und am 27. Juni mit 41,4 °C vorübergehend den nationalen Spitzenwert gehalten. In Berlin verfehlte die Quecksilbersäule die 40-Grad-Marke nur knapp um 0,1 Grad – dennoch wurden auch dort neue Allzeitrekorde aufgestellt.
Rekorde rund um Deutschland
In gleich mehreren Bundesländern wurden die bisherigen Juni-Temperaturrekorde gebrochen:
(Bundesland: Mitteltemperatur Juni 2026 +Klimamittel +Abweichung)
Saarland: 20,9 °C (15,6 °C / +5,3 Grad)
Rheinland-Pfalz: 20,3 °C (15,3 °C / +5,0 Grad)
Hessen: 19,8 °C (15,2 °C / +4,6 Grad)
Bayern: 19,7 °C (14,9 °C / +4,8 Grad)
Brandenburg: 19,7 °C (16,5 °C / +3,2 Grad)
Nordrhein-Westfalen: 19,4 °C (15,4 °C / +4,0 Grad)
Niedersachsen: 18,7 °C (15,4 °C / +3,3 Grad)
Mecklenburg-Vorpommern: 18,0 °C (15,4 °C / +2,6 Grad)
Wärmstes Bundesland: Das Saarland mit fast 21 °C im Mittel
Das Saarland war erneut – wie bereits im Vorjahr – das wärmste Bundesland Deutschlands. Die Mitteltemperatur des Monats betrug rekordverdächtige 20,9 °C und lag damit 5,3 Grad über dem langjährigen Mittelwert von 15,6 °C. Auch Rheinland-Pfalz und Berlin erreichten je 20,3 °C Monatsmittel, weit über dem jeweiligen klimatologischen Sollwert.In Hessen war es noch nie zuvor in der Messreihe so warm wie in diesem Juni: Das Monatsmittel von 19,8 °C überbot sogar den bisherigen Rekordjuni 2003 um 0,3 Grad. Besonders eindrücklich: Am 27. Juni wurde in Frankfurt am Main-Westend ein hessenweit nie zuvor gemessenes Tagesmittel von 33,1 °C registriert.
Tropische Nächte und anhaltende Hitzewelle
Für viele Menschen besonders belastend war die außergewöhnlich hohe Anzahl an Tropischen Nächten (Tiefsttemperatur über 20 °C). Im Rhein-Main-Gebiet wurden acht bis zehn Tropennächte gezählt. In Mainz-Lerchenberg waren es örtlich sogar über zehn Tropennächte in Folge. Entlang des Rheins in NRW wurden zehn Heiße Tage (Maximum ≥ 30 °C) und fünf Sehr Heiße Tage (Maximum ≥ 35 °C) verbucht. In Bayern dauerte die Hitzewelle ab Monatsmitte zwölf bis 15 Heiße Tage am Stück an.
Trocken und sonnig: Niederschlag und Sonnenschein
Der außergewöhnlichen Wärme entsprach auch die Sonnenscheinbilanz. Fast alle Bundesländer verzeichneten den vierten überdurchschnittlich sonnigen Monat in Folge:
Saarland: ~263 Sonnenstunden (Klimamittel: 204 Stunden)
Rheinland-Pfalz: ~258 Sonnenstunden (192 Stunden)
Berlin: ~258 Sonnenstunden (226 Stunden)
Bayern: ~255 Sonnenstunden (200 Stunden)
Brandenburg: ~247 Sonnenstunden (225 Stunden)
Beim Niederschlag hingegen blieb der Juni in weiten Teilen Deutschlands deutlich unter dem Soll. Am trockensten war es in Berlin (~49 l/m²) sowie in Sachsen-Anhalt. Rheinland-Pfalz registrierte rund 52 l/m² bei einem Klimasoll von 76 l/m² (nur 68 %). Lediglich Niedersachsen und Mecklenburg-Vorpommern lagen mit rund 82 l/m² bzw. 73 l/m² im oder leicht über dem langjährigen Mittel. In Brandenburg erreichte der Waldbrandgefahrenindex zeitweise die höchste Stufe 5, und es kam vereinzelt zu größeren Waldbränden.
Einordnung: Außergewöhnlicher Monat mit historischer Dimension
Der Juni 2026 reiht sich nahtlos in eine Serie ungewöhnlich heißer Sommermonate ein. Mit einem neuen nationalen Allzeitrekord von 41,7 °C, simultanen Rekorden in mindestens sechs Bundesländern und einer Hitzewelle, die selbst den berüchtigten Jahrhundertsommer 2003 in Teilen überbot, markiert er einen klimahistorischen Einschnitt. Der DWD betonte, dass alle Rekordwerte noch der abschließenden meteorologischen Qualitätsprüfung unterliegen.
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