Wetterrückblick: Frühlingserwachen im Hochdruckrausch mit spätwinterlichem Dämpfer

Der März 2026 legte einen fulminanten Start hin und präsentierte sich über weite Strecken wie aus dem Bilderbuch. Unter der stetigen Regie einer regelrechten Armada an Hochdruckgebieten – namentlich Iackl, Jannis, Konrad, Max und Norbert – erlebte Deutschland einen außergewöhnlich sonnigen, extrem trockenen und überaus milden ersten Frühlingsmonat.

Erst auf den letzten Metern ging dem Frühlingswetter die Puste aus. Winde aus nordwestlicher Richtung brachten kalte Luftmassen ins Land und sorgten dafür, dass der März mit einem eisigen, spätwinterlichen Gruß endete, der den vorangegangenen Wärmerekorden einen scharfen Kontrast entgegensetzte.

Temperaturen: Frühlingsgefühle und ein eisiges Finale

Mit einer Durchschnittstemperatur von beachtlichen 6,3 Grad Celsius übertrumpfte der Monat das Soll der internationalen Referenzperiode (1961 bis 1990) um starke +2,8 Grad und lag selbst gegenüber der aktuelleren Periode (1991 bis 2020) noch +1,7 Grad im Plus. Schon in der ersten Monatshälfte dominierten Werte, wie man sie sonst erst Mitte April erwartet. Der Spitzenwert des Monats wurde bereits am 7. März im hessischen Michelstadt mit herrlichen 19,9 °C gemessen. Doch der Spätwinter schlug am 28. März in Oberstdorf gnadenlos zurück: Bei grimmigen -15,5 °C über frischem Schnee zeigte der Winter, dass er noch nicht gänzlich besiegt war.

Niederschlag: Rarität aus den Wolken

Ausgedehnte Hochdruckphasen ließen die Regenschirme fast überall ungenutzt. Bundesweit fielen im Schnitt kümmerliche 37 Liter pro Quadratmeter – ein sattes Minus von gut 35 Prozent gegenüber beiden Referenzperioden (1961 bis 1990 und 1991 bis 2020). Besonders dramatisch zeigte sich die Trockenheit im Osten Deutschlands mit teils nur 10 Litern pro Quadratmeter, was die Waldbrandgefahr besorgniserregend früh auf die zweithöchste Stufe klettern ließ. Etwas großzügiger zeigten sich die Wolken im Schwarzwald, wo am 25. März in Utzenfeld mit 35,2 Litern pro Quadratmeter immerhin der höchste Tagesniederschlag registriert wurde.

Sonnenschein: Strahlende Meisterleistung

Die Sonne leistete im März absolute Schwerstarbeit. Mit fantastischen 195 Sonnenstunden übertraf sie das langjährige Mittel (1961 bis 1990) um imposante +75 Prozent und lag auch gegenüber der jüngeren Vergleichsperiode (1991 bis 2020) mit über +50 Prozent massiv im Plus. Lediglich in den Jahren 2022 und 2025 zeigte sich das Zentralgestirn noch ausdauernder. Von Nord bis Süd durften sich die Menschen an einem geradezu makellosen blauen Himmel erfreuen.

Zusammenfassung:

Der März 2026 war ein Monat der meteorologischen Extreme, der mit außergewöhnlicher Milde und rekordverdächtigem Sonnenschein glänzte, bevor er uns zum Monatsende in eine spätwinterliche Schockstarre versetzte. Die anhaltende Trockenheit bereitete jedoch Sorgen und mahnte frühzeitig an die sensiblen Herausforderungen des klimatischen Wandels.