Wetterrückblick: Von fröstelnden Eisheiligen zum glühenden Hochsommer-Vorspiel

Der Mai 2026 entpuppte sich als ein klassischer Monat der klimatischen Extreme und Gegensätze. Während sich die Natur zunächst noch zaghaft an kühlere Temperaturen tastete und die Eisheiligen ihrem legendären Ruf mit spürbarem Frost alle Ehre machten, entfesselte der Monat auf der Zielgeraden eine brachiale Hitzewelle, die das Land flächendeckend in hochsommerliche Verhältnisse stürzte.

Begleitet wurde diese rasante Temperatur-Achterbahnfahrt von einer leicht unterdurchschnittlichen, aber regional extrem unterschiedlich verteilten Niederschlagsbilanz. Einigkeit herrschte hingegen am Himmel: Die Sonne lachte nahezu flächendeckend weitaus häufiger und intensiver auf uns herab, als es für diesen Wonnemonat üblich ist.

Temperaturen: Frostiger Start und historische Hitze

Mit einer beachtlichen Durchschnittstemperatur von 14,1 Grad Celsius übertraf der Mai den Wert der internationalen Referenzperiode (1961 bis 1990) um deutliche +2,0 Grad und lag im Vergleich zur aktuelleren Periode (1991 bis 2020) um +1,0 Grad im Plus. Der Start fiel am 1. Mai in Piding mit eisigen -3,3 °C denkbar frostig aus. Doch das hochsommerliche Finale drehte den Spieß spektakulär um: Im Oberrheingraben schossen die Werte auf schweißtreibende 34 °C empor. Regionale Spitzen brachten es sogar auf bis zu acht heiße Tage mit über 30 °C – eine so frühe und geballte Hitzeserie erlebte Deutschland zuletzt im Jahr 1953.

Niederschlag: Regionale Extreme unterm Wonnemonats-Himmel

Beim Niederschlag blieb der Mai bundesweit mit rund 65 Litern pro Quadratmeter knapp unter seinen Zielen: Er erreichte 92 Prozent der Referenzperiode (1961 bis 1990) und 93 Prozent der neueren Vergleichsperiode (1991 bis 2020). Während sich Teile Ostbayerns mit kargen 25 Litern pro Quadratmeter extrem trocken präsentierten, wurden in der nördlichen Mitte, im Schwarzwald und an den Alpen teilweise über 100 Liter registriert. Die absolute Spitze sicherte sich das nordrhein-westfälische Ochtrup, wo am 4. Mai gewaltige 70,4 Liter pro Quadratmeter an nur einem Tag fielen.

Sonnenschein: Strahlende Dominanz

In Sachen Licht bot der Mai eine glänzende Vorstellung. Bundesweit wurden stolze 254 Sonnenstunden gemessen – ein sattes Plus von gut +26 Prozent gegenüber dem langjährigen Soll (1961 bis 1990) und immer noch +19 Prozent mehr als in der wärmeren Vergleichsperiode (1991 bis 2020). Vor allem in den nördlichen, nordöstlichen und südlichen Randgebieten der Republik schien die Sonne geradezu gnadenlos schön und erreichte traumhafte Werte von teils um die 300 Stunden.

Zusammenfassung:

Der Mai 2026 bestach durch eine außergewöhnliche Dynamik und verwandelte sich von einem spätwinterlich anmutenden Frühlingsmonat in einen frühzeitigen Hochsommer. Historische Hitzeepisoden und beachtliche Sonnenscheinüberschüsse prägten den Monat ebenso sehr wie die teils gewaltigen regionalen Unterschiede bei den gefallenen Regenmengen.